DENHOFF / PHILLIPP / FISCHER

Michael Denhoff: Campanula
Ulrich Phillipp: Kontrabaß
Jörg Fischer: Schlagzeug

Das Improvisationstrio Denhoff/Phillipp/Fischer hat sich 2011 formiert. Allen drei Spieler ist eine sensible, detailorientierte und hellwache Spielhaltung gemein, was zu einer sehr konzentrierten Improvisationschemie führt.

Michael Denhoffs Tätigkeitsschwerpunkte als Komponist und Cellist
liegen im Bereich zeitgenössischer klassischer Musik. Seine Arbeit
findet auf internationalen Bühnen Beachtung, viele seiner Werke sind
auf Veröffentlichungen einschlägiger Klassik-Labels dokumentiert. Stets
an genreübergreifenden Kooperationen interessiert, läßt sich Denhoff in
diesem Trio auf das Abenteuer der freien Improvisation ein.

Ulrich Phillipp, Gründungsmitglied der Kooperative New Wiesbaden e.V.,
arbeitet seit den späten 70ern in den Bereichen improvisierte und experimentelle
Musik, Klanginstallation, Audio-Kunst und Performance. Weiterhin kooperiert er gerne
mit Vertretern aus Bildender Kunst, Tanz und Schauspiel. Seine Konzert- und
Ausstellungstätigkeiten erstrecken sich europaweit, seine Musik ist auf zahlreichen
CDs zu hören.

Jörg Fischer, Wiesbadener Kooperative-Kollege von Phillipp, ist vor allem
im Bereich Free Jazz tätig, verfügt dabei über ein sehr breites Ausdrucksspektrum
von brachialem Noiserock hin zu klanglich fein ausgehörten Percussiontexturen
(wobei in diesem Trio letztere stärker zum Tragen kommen). Fischer betreibt das
Label "sporeprint", welches im Sommer 2014 eine CD von Denhoff/Phillipp/Fischer
veröffentlicht hat.

 


 

Discographie
Denhoff / Phillipp / Fischer: "Trio Improvisations" 2014, sporeprint

Michael Denhoff: campanula
Ulrich Phillipp: bass
Jörg Fischer: drums, percussion

CD-Besprechung von Reinhard Kager, Neue Zeitschrift für Musik:
[...] Nicht nur das Aufeinandertreffen dreier führender Improvisationskünstler Deutschlands, sondern auch die Klangfarbe der Campanula machen diese CD spannend: Klanglich herrscht eine viel größere Harmonie zwischen dem Kontrabass und dem neuen Instrument als mit einem Violoncello. Und so überraschen vor allem die eher getragenen Improvisationen dieser Doppel-CD wie etwa No. 13 oder Filter, ein rund viertelstündiges, flächiges Stück. Was das Trio von frei improvisierenden Jazzformationen unterscheidet, ist aber nicht nur die Campanula, sondern auch die Erfahrung der drei Musiker mit neuer, komponierter Musik, die sich in den abstrakten Spielgesten, den unkonventionellen Klangerzeugungsmethoden und der formalen Konsequenz der zwölf auf den beiden CDs vereinten Improvisationen spiegelt. Das will nicht heißen, dass die Stücke nicht auch eine geballte Energie entfalten können, so wie das eröffnende St. Helena gligg, das aus anfänglich flächigen Klängen rasch einen spannungsgeladenen, auf punktuellen Klängen basierenden Drive entwickelt. Dank der großen improvisatorischen Spielerfahrung der drei Musiker wird auch die Instrumentalzusammensetzung mit zwei tiefen Streichern und Perkussion, die auf dem Papier eher Einförmiges befürchten lässt, nicht einen Augenblick langweilig, sondern überrascht stets von Neuem mit innovativem Klangreichtum. Ein schönes Beispiel dafür, dass improvisierte Musik nicht immer von einstudierten «Licks» beherrscht werden muss.

Erste Klangeindrücke gibt es hier im Audio Clip neben dem entsprechenden Eintrag.